Die direkt an der Weser gelegene Stadt Minden hat seit ihrer Gründung im Jahr 798 nach Christus eine lange und wechselvolle Geschichte hinter sich. Vieles hat deutlich sichtbare Spuren hinterlassen, die auch heute noch Besucher in ihren Bann ziehen. Jahrhundertealte Fachwerkhäuser, wuchtige militärische Bauten der preußischen Besatzer, Dom und Altes Rathaus als Juwelen der Innenstadtarchitektur sowie das heute als Naherholungsgebiet und Grüngürtel bekannte und beliebte Glacis sind nur einige der Sehenswürdigkeiten und Besonderheiten der Kreisstadt. Auch kulturell gesehen hat Minden eine Menge zu bieten. Wer sich die Mühe macht, Stadt, Menschen und deren Geschichte genauer unter die Lupe zu nehmen, wird erstaunt sein, wie viele kleine und große Schätze Minden zu bieten hat.

Widukind und Karl der Große sind Namensgeber der Stadt Minden

Um die Gründung der Stadt Minden ranken sich viele Mythen und Legenden. Tatsache ist, dass es im 8. Jahrhundert rund um Minden heftige Kämpfe zwischen den Sachsen unter Führung des Sachsenherzogs Widukind und den Franken, angeführt von Karl dem Großen, gab. Als sich Widukind schließlich zum Christentum bekannte, schlossen er und Karl der Große Frieden. Historische Quellen berichten von einem denkwürdigen Dialog zwischen den beiden Herrschern. Angeblich soll Widukind seinem ehemals größten Feind auf seiner an der Weser liegenden Burg folgenden Satz gesagt haben: „Diese Burg soll nun min und din sein.“ Und Karl der Große formte daraus den Namen der neuen Stadt: „So trage sie auch den Namen Min-din.“

Von Bistum und Buttjer, Krieg und Frieden

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Der Mindener Buttjer

Minden ist im Laufe der nächsten Jahrhunderte immer wieder Dreh- und Angelpunkt verschiedenster Kriege und Schlachten geworden. Die geographisch günstige Lage an Weser und Mittellandkanal, die Nähe zu größeren Städten wie Bielefeld, Hannover und Osnabrück sowie die spätere hervorragende verkehrstechnische Anbindung an verschiedene Autobahnen, Landes- und Bundesstraßen hat Minden seit jeher zu einem attraktiven Standort und oftmals hart umkämpften Angriffsziel gemacht. Nach der offiziellen Gründung machte Karl der Große Minden im Jahr 800 nach Christus zum Bistum. Noch bis Anfang des 13. Jahrhunderts hat der vom Bischof eingesetzte Wichgraf in der Stadt das Sagen. Um 1230 änderte sich diese Situation schlagartig, als sich Mindener Rat und Bürger vom Wichgrafen lösten und ihre Stadtrechte geltend machten. Damit begann in Minden ein neues Zeitalter des Handels und Wohlstands.
Das Alte Rathaus am Markt zeugte von dem neuen Selbstbewusstsein der Mindener Bürger. Die offizielle Grundsteinlegung dieses eindrucksvollen historischen Gebäudes wird etwa auf die Zeitspanne zwischen 1256 und 1264 datiert. Was die Architektur angeht, verdeutlichen die massive Bauweise und der eindrucksvolle Laubengang die Haltung von Bürgern und Rat gegenüber dem Klerus: Klein beigeben und sich unterordnen – diese Zeiten waren vorbei. Angesichts dieser Entwicklung ist es keineswegs verwunderlich, dass sich Minden nur wenige Jahre nach der Loslösung vom Bischof der Hanse anschloss.

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Marktplatz von Minden

Reformation, Hexenverbrennungen, Dreißigjähriger und Siebenjähriger Krieg, immer neue Besatzer – Minden erlebte in den nachfolgenden Jahrhunderten eine äußerst wechselvolle Geschichte voller Höhen und Tiefen. Vor allem militärisch gesehen galt die Stadt an der Weser als strategisch wichtiger Standort. Und das machte sich auch in städtebaulicher Hinsicht schnell bemerkbar. Noch heute sind zahlreiche Bauten von damals zu sehen. Seien es das heutige Preußenmuseum einschließlich diverser Nebengebäude, die zahlreichen Kasernen oder Denkmäler aus verschiedenen Epochen.
Und auch in linguistischer Hinsicht hat Mindens bewegte Vergangenheit deutliche Spuren hinterlassen. Die so genannte Buttjersprache ist das Paradebeispiel dafür. Diese Sprache entstand um 1850 herum und ist eine bunte Mischung aus Rotwelsch, Jiddisch, Sinti-Dialekt und Plattdeutsch. Wie zahlreiche Quellen von damals belegen, wollten sich die normalen Mindener Bürger von der Oberschicht abgrenzen. Und das gelang ihnen am besten mit der für normale Ohren nur schwer zu verstehenden Buttjersprache. Und so rauchte Mindens Unter- und Mittelschicht statt einer Zigarette eine „Affenflöte oder setzte statt des Zylinders lieber die „Angströhre auf, um unter den feinen Damen und Herren der Oberschicht Unruhe zu stiften.

Das GlacisMindens grüne Lunge

Auch das Mindener Glacis ist ein Überbleibsel militärischer Einflüsse. Zu Zeiten der Festung war der Grüngürtel rund herum das freie Schussfeld für Soldaten. In den 1870er Jahren wurde die Festung geschleift, und somit war auch die ursprüngliche Nutzung der Freiflächen rund herum nicht mehr gegeben. Kaum waren die ehemaligen Schussfelder in städtischen Besitz übergegangen, entschied man sich dafür, diese zu einem Naherholungsgebiet für alle Mindener Bürger zu machen. Gesagt, getan. Der Stadtpark, der sich auf einer Länge von etwa 4,6 Kilometern rund um die Innenstadt zieht, lockt auch heute Jung und Alt an. Hier wird gejoggt, gewalkt, gespielt und relaxt. Unterteilt wird der Park in sechs verschiedene Abschnitte: Fischerglacis, Königsglacis, Marienglacis, Simeonsglacis, Weserglacis sowie Glacis an der Wittekindallee.
Der alte Baumbestand spendet vor allem im Sommer ausreichend Schatten, währen die Schmuckbeete eher etwas für das Auge sind. Besondere Sehenswürdigkeiten im Mindener Glacis sind unter anderem die Kaiservilla, die Wilhelmshöhe, das Preußenmuseum, der 5,5 Hektar große Botanische Garten sowie die Weserpromenade, wo die nachgebaute Schiffmühle zu bewundern ist.

Mindener Museumsmeile – ein Muss für historisch Interessierte

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Museumszeile Minden

Wer in Minden unterwegs ist, sollte sich die Altstadt keinesfalls entgehen lassen. Denn hier stehen einige der ältesten und schönsten Häuser der gesamten Stadt. Das Haus Nummer 23 an der Ritterstraße ist das Juwel der Altstadt und der Mindener Museumszeile und beherbergt das Mindener Museum, in dem es immer wechselnde Ausstellungen zu sehen gibt. Dieses alte Fachwerkhaus wurde im Jahr 1565 gebaut. Es handelt sich um ein Dielenhaus mit so genannter Durchfahrtsdiele und Speichergeschoss. Der Erker mit seinen aus Sandstein geformten sechs Tugendfriesen gilt als das unverkennbare Markenzeichen des Gebäudes. Ein Besuch des Mindener Museums ist absolut empfehlenswert, auch unabhängig von den gerade laufenden Sonderausstellungen.

Kirmes, Kunst und Kultur

Minden hat Einheimischen und Gästen auch in kultureller und veranstaltungstechnischer Hinsicht jede Menge zu bieten. Wer buntes Kirmestreiben liebt, kommt in dieser Stadt gleich zwei Mal im Jahr auf seine Kosten. Die Mindener Messe lockt Anfang Mai und Anfang November tausende Besucher an. Auf Kanzlers Weide, direkt am östlichen Weserufer, drehen sich die Karussells, locken unzählige Buden mit Essen und begeistern spektakuläre und rasend schnelle Fahrgeschäfte kleine und große Kirmes-Fans gleichermaßen. Mehr als 100 Schausteller sind Jahr für Jahr mit von der Partie.
Kulturell gesehen ist Minden eine wahre Fundgrube. Das Stadttheater bietet ein anspruchsvolle und abwechslungsreiches Programm an, von Ballett über Oper bis hin zu Kabarett und Comedy. Im Jazz-Club Minden finden Woche für Woche Auftritte bekannter Musiker und Szene-Größen statt. Ein fester Termin im städtischen Kalender ist das alle zwei Jahre stattfindende Freischießen des Mindener Bürgerbataillons. Und wem das alles noch nicht reicht, kann in Minden zahlreiche Museen, Denkmäler, Kirchen und nicht zuletzt den Mindener Dom besichtigen. Für Abwechslung ist also gesorgt.

Minden – eine Stadt im Wandel

So schön und historisch wertvoll Minden auch ist – die Stadt an der Weser kämpft in den vergangenen Jahren zunehmend gegen Leerstände, Kaufkraftverlust und Abwanderung junger Menschen. Die Mindener Szene, wie es sie einst gab, verliert an Bedeutung. Restaurants und Bars müssen schließen, und auch für die Einzelhändler wird die Luft aufgrund steigender Mieten langsam dünn. Kein Wunder, drängen doch immer mehr Filialisten in die Innenstadt, so dass kleinere Geschäft keinerlei Überlebenschancen haben. War vor Jahren noch ein Einkaufszentrum im Gespräch, das ähnlich wie die Hamelner Stadtgalerie in das innerstädtische Gesamtbild integriert werden sollte, spricht heute niemand mehr davon. Minden verliert zunehmend an Identität und Individualität, was viele Bürger bedauern. Diesem Trend gilt es in den nächsten Jahren entgegen zu wirken.
Auf anderen Gebieten entwickelt sich Minden vorbildlich, beispielsweise medizinisch gesehen. Das riesige und ultramoderne Johannes-Wesling-Klinikum im Ortsteil Häverstädt, das 2008 offiziell eingeweiht wurde, hat in der gesamten Region einen guten Ruf und gilt als einer der bedeutendsten Klinik-Standorte im Kreis Minden-Lübbecke und darüber hinaus.
Minden – historisch gesehen ist diese Stadt am Weserufer eine wahre Fundgrube. Kriege, Belagerungen, die Hansezeit und andere wichtige Ereignisse haben das Stadtbild ebenso geformt wie die Menschen, die hier leben. Die kulturelle Szene hat ebenso viel zu bieten wie die kulinarischEin Geschäft von Mensch zu Mensch Rommelmann Immmobilien Mühlenkreise. Die gesamte Umgebung lädt zum Entdecken und Verweilen ein. Trotzdem hat Minden mit den Problemen vieler Städte zu kämpfen, wie beispielsweise dem Wegzug junger Menschen oder der Vorherrschaft der großen Filialisten. Noch ist Minden eine absolut lebenswerte Stadt. Bürger und Politiker sollten an einem Strang ziehen, damit es auch in Zukunft so bleibt.